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Fernsehen

TV-Nutzung in Österreich

Bitte beachten Sie dazu die Mitteilung der AGTT!

TV-Konsum der Österreicherinnen und Österreicher erreichte 2020 Höchstwerte

Mit einer durchschnittlichen TV-Nutzungszeit von 209 Minuten pro Tag verbrachten die Österreicherinnen und Österreicher (ab 12 Jahren) im vergangenen Jahr noch mehr Zeit vor den Fernsehgeräten wie schon im Jahr davor (196 Minuten). Damit liegt die Sehdauer 13 Minuten über dem bisherigen Höchstwert des Vorjahrs. Die Verweildauer – die Nutzungszeit der an einem Tag jeweils fernsehenden Bevölkerung – betrug 2020 291 Minuten pro Tag (2019: 290 Minuten), wiederum ein historischer Höchstwert. 2020 erreichte das Medium Fernsehen täglich 5,3 Mio. Österreicherinnen und Österreicher, das entspricht einer gestiegenen Tagesreichweite von 70,3 % (2019: 66,4 %).
TV-Sehdauer lag bei einem Höchstwert von 209 Minuten pro Tag
Im vergangenen Jahr sahen die Österreicherinnen und Österreicher (ab 12 Jahren) pro Tag im Schnitt 209 Minuten fern, die höchste bisher gemessene TV-Nutzungszeit. Betrachtet man die TV-Nutzung im Langzeitvergleich, wurde 2020 um eine Stunde (61 Minuten) pro Tag länger ferngesehen als im Jahr 2000 bzw. um 82 Minuten länger als 1991 – dem Beginn der elektronischen Zuschauermessung.
Wie hoch der Stellenwert des Fernsehens im Alltag der Menschen ist, zeigt sich auch daran, dass in den letzten Jahren massiv in neue TV-Ausstattung investiert wurde. So stieg etwa der Anteil der österreichischen TV-Haushalte mit Flatscreen-Fernsehgeräten* in nur zehn Jahren von 54 % (Ende 2010) auf 99 % (2.HJ. 2020) an. TV-Geräte mit Full HD-Standard* nahmen im selben Zeitraum von 24 % auf 90 % zu. Dabei wirkt nicht nur die hohe Bildqualität durch Flatscreens und HD-TV als Treiber für den Fernsehkonsum, sondern auch der Umstand, dass die ausgetauschten Geräte häufig als Zweit- oder Drittfernseher in Nebenzimmern weiterverwendet werden.
Höchststand bei Verweildauer: TV-aktives Publikum sah im Schnitt 291 Minuten pro Tag fern
So wie die durchschnittliche TV-Nutzungszeit (die alle in TV-Haushalten lebenden Personen heranzieht, auch jene, die im fraglichen Zeitraum nicht ferngesehen haben) nahm auch die Verweildauer (die auf Basis der tatsächlich fernsehenden Personen berechnet wird) zu: So verbrachte die TV-aktive Bevölkerung 2020 durchschnittlich 291 Minuten pro Tag vor den Bildschirmen, damit konnte der bisherige Höchststand vom Vorjahr (290 Minuten) sogar noch leicht gesteigert werden. Seit dem Jahr 2000 stieg die Verweildauer massiv an und zwar um 71 Minuten pro Tag, das entspricht einem Zuwachs von 32 %.
TV-Tagesreichweite: Täglich 5,3 Mio. Seher/innen
Im Jahr 2020 sahen pro Tag 5,3 Mio. Österreicher/innen zumindest kurz fern (mindestens eine Minute durchgehend), das entspricht 70,2 % der gesamten TV-Bevölkerung ab 12 Jahren (7,5 Mio.) – eine deutliche Steigerung gegenüber 2019 (66,4 %).
Fernsehnutzung im Tagesverlauf: höchste Sehbeteiligung um 21 Uhr
Betrachtet man den Verlauf der Fernsehnutzung an einem durchschnittlichen Tag, zeigt sich ein über die Jahre hinweg sehr stabiles Bild: So steigt die Sehbeteiligung ab den Morgenstunden eher flach, ab den frühen Abendstunden dann relativ steil an und erreicht im Hauptabend ihren Höhepunkt. Der Nutzungsgipfel wird dabei um 21 Uhr gemessen – 2020 sahen zwischen 20:55 und 21:00 Uhr mehr als 3,2 Mio. Österreicherinnen und Österreicher fern, das entspricht 43,1 % der TV-Bevölkerung ab 12 Jahren.
TV-Nutzung im Wochenverlauf: Sonntag stärkster Fernsehtag
Aufgeschlüsselt nach Wochentagen ist der Sonntag der insgesamt stärkste Fernsehtag: So sahen Erwachsene im Jahr 2020 mit durchschnittlich 240 Minuten an Sonntagen um 38 Minuten länger fern als an Werktagen bzw. um 25 Minuten länger als an Samstagen. Auch die TV-Tagesreichweite fällt an Sonntagen am höchsten aus (im Jahr 2020 mit 73,1 % bzw. rd. 5,5 Mio. Seherinnen und Sehern). An Montagen wird üblicherweise der zweithöchste Wert gemessen (2020: 71,0 %), danach nimmt die Tagesreichweite im Laufe der Woche ab und erreicht am Samstag (68,9 %) das niedrigste Niveau. Trotz der niedrigen Tagesreichweite wird an Samstagen mit 215 Minuten die zweithöchste Nutzungszeit im Wochenverlauf gemessen. Grund dafür: Am Samstag verweilen die tatsächlich fernsehenden Menschen deutlich länger vor den Bildschirmen als an Werktagen.
Saisonale Entwicklung der TV-Nutzung: höchste Reichweite und Nutzungszeit in der kalten Jahreszeit
Die Fernseh-Nutzung variiert auch im saisonalen Verlauf. Während die TV-Tagesreichweite im Sommer üblicherweise am geringsten ist, fallen die Werte in der kalten Jahreszeit am höchsten aus. So wurde 2020 von Jänner bis Mai bzw. von Oktober bis Dezember mit Tagesreichweiten zwischen 70,1 % und 75,4 % die höchste Sehbeteiligung verzeichnet. Die niedrigsten Tagesreichweiten wurden dagegen im Juli und August gemessen – hier sahen pro Tag im Schnitt 64,8 % bzw. 64,0 % der TV-Bevölkerung fern.
2020 waren allerdings nicht nur die klimatischen Rahmenbedingungen, sondern auch die Nachrichtenlage (vor allem im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie) ausschlaggebend für die saisonale TV-Nutzung. So war die TV-Nutzung zu Beginn des ersten Lockdowns in Österreich mit 75,4 % im März die höchste Monatsnutzung des Jahres.   
Analog dazu gibt es auch bei der durchschnittlichen Sehdauer erhebliche saisonale Schwankungen. Während die Österreicherinnen und Österreicher im Juli und August 2020 mit je 175 Minuten pro Tag am wenigsten Zeit vor den Bildschirmen verbrachten, wurde der höchste TV-Konsum im März mit durchschnittlich 245 Minuten pro Tag erzielt.
Quellen: AGTT/GfK TELETEST bzw. *TELETEST-Monitoring/IFES