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ORF ÖGS

ORF/Hans Leitner

ORF barrierefrei – Aktionsplan 2025-2028

Dem ORF ist Inklusion und Barrierefreiheit als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen ein selbstverständliches gesellschaftliches Anliegen. Durch Audiodeskription für sehbehinderte und blinde Menschen, Gebärdensprachdolmetschung und Untertitelung für schwerhörige und gehörlose Menschen sowie Einfache Sprache für Menschen mit Lernbehinderungen wird der Zugang zum ORF-Programm ermöglicht.
Mit Inkrafttreten einer Gesetzesnovelle (ORF-G § 5 Abs. 2) am 1. Jänner 2021 wurde der ORF verpflichtet, den Anteil seiner barrierefrei zugänglichen Sendungen in TV und Online gegenüber dem Stand Dezember 2020 kontinuierlich zu erhöhen. Jedenfalls die Informationssendungen müssen (nach Maßgabe der technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Tragbarkeit) so gestaltet sein, dass Menschen mit Seh- und/oder Hörbeeinträchtigung sowie Menschen mit einer Lernbehinderung das Verfolgen der Sendung erleichtert wird.
Die jährlichen Steigerungen sollen getrennt nach den Kategorien Information, Kunst und Kultur, Unterhaltung, Bildung und Sport und mit der Vorgabe fester Mindestquoten erfolgen.
Bei der Quotensteigerung sind im Sinne einer Schwerpunktsetzung grundsätzlich Informationssendungen, insbesondere Bundesländersendungen, Pressekonferenzen, Wahlberichterstattung sowie die Vor- und Hauptabendzone (19.00 Uhr bis 22.00 Uhr), Kindersendungen und relevante Online-Angebote vorrangig zu behandeln.
Der ORF hat weiters die Verpflichtung, täglich eine Sendung in Einfacher Sprache (zwischen 9.00 und 22.00 Uhr) in einem seiner Programme auszustrahlen.
Die Maßnahmen zur Zielerreichung müssen in einem Aktionsplan festgehalten werden. Der Aktionsplan soll einen Zeitraum von drei Jahren umfassen und fortlaufend geführt werden. Bis 2030 ist die Barrierefreiheit aller Sendungen mit Sprachinhalt anzustreben.
Neben der Steigerung der Quoten muss in dem Aktionsplan auch bekanntgegeben werden, mit welchen Maßnahmen der ORF beabsichtigt, seine Ziele zu erreichen.
Wie auch in anderen EBU-Rundfunkanstalten leisten neue Technologien bei dem Ausbau der Barrierefreiheit Unterstützung. Neben der Spracherkennung (Speech-to-Text) zur automatischen Erstellung von Untertiteln und Transkripten kommt auch die synthetische Audiodeskription (bei der die akustische Bildbeschreibung von einer künstlichen Stimme gesprochen wird) verstärkt zum Einsatz. Im Herbst 2025 startete der ORF die automatische KI-Live-Untertitelung. Diese kommt bei den „Bundesland heute“-Sendungen und dem Sender ORF SPORT + zum Einsatz. Der ORF leistet hier Pionierarbeit und entwickelt die Qualität der KI-Untertitelung laufend weiter.

Die wichtigsten Eckpunkte des Aktionsplans:

  • Steigerung der Untertitelungs-Quote auf 82,6% bis 2028
  • Nach Möglichkeiten: Steigerung der Audiodeskription auf mehr als 4.200 Sendestunden bis 2028
  • Tägliche Nachrichten in Einfacher Sprache in einem ORF-Programm
  • Ausbau der Angebote mit Österreichischer Gebärdensprache (z.B. ein weiteres mögliches Magazin)
  • Umfassendes barrierefreies Angebot auf ORF ON und ORF KIDS
  • Etablierung des Einsatzes neuer Technologien

Die bisherigen Leistungen im Bereich Barrierefreiheit

Der Aktionsplan gibt nicht nur einen Überblick über die Vorgaben, die in den nächsten Jahren erfüllt werden sollten, sondern auch Einblicke zu den bisherigen Leistungen des ORF im Bereich der Barrierefreiheit.
Untertitelung und Österreichische Gebärdensprache
Der ORF war nach der BBC einer der ersten europäischen öffentlich-rechtlichen TV-Stationen, der den Teletext einführte und 1980 mit der Untertitelung seiner Fernsehprogramme begann.
Sport 20 mit KI UT

ORF

Seither konnte der ORF sein UT-Angebot kontinuierlich ausbauen. Derzeit wird ORF 1 zu mehr als 87%, ORF 2 zu 95% und ORF III zu 77% untertitelt. Der ORF hat dabei zuletzt die Ziele der Aktionspläne zum Teil deutlich übertroffen. So war für 2025 eine Gesamtquote von 65% vorgesehen. Erreicht wurden beinahe 70%.
Seit 2008 bietet der ORF zudem für ausgewählte Sendungen über ORF 2 Europe und aktuell auch auf ORF ON Gebärdensprach-Dolmetschung an. Die fixen Sendungen (unter anderem „Zeit im Bild“, „Wetter“) werden ständig erweitert, zuletzt um die „ZIB Zack Mini“ auf ORF KIDS, „Sport aktuell“ um 20 Uhr und „Report“ (Dienstag, 21.05 Uhr). Dazu kommen die Übertragungen der Nationalratssitzungen aus dem Parlament und zahlreiche Sondersendungen wie im Vorjahr bei der Regierungsbildung und den Republiksjubiläen.
Es werden etwa  1.000 Stunden pro Jahr in Gebärdensprache angeboten.
Aktionsplan Barrierefreiheit

ORF

Audiodeskription
Seit zwanzig Jahren bietet der ORF einen speziellen Service für sehbeeinträchtigte und blinde Menschen. Ein Teil des ORF-TV-Programms, vor allem des Spiel- und Fernsehfilmangebots und der Sportübertragungen, wird in „Hörversion“ ausgestrahlt, denn sehbeeinträchtigte oder blinde Menschen haben oftmals Schwierigkeiten, der Handlung von Produktionen mit dramaturgisch bedeutender Bildsprache zu folgen. Die akustische Bildbeschreibung ist vor allem für Live-Sport-Sendungen und Filme und Serien relevant.
2025 wurden 8,8% des gesamten Programms mit Audiodeskription angeboten. Das waren 3.860 Stunden. Hier muss berücksichtig werden, dass sich viele Sendungen mit einem hohen Wortanteil (z.B. Information) nicht für Audiodeskription eignen. Der ORF achtet daher besonders auf den Ausbau der Audiodeskription des dafür geeigneten Programms von 19 bis 22 Uhr auf ORF 1 und ORF 2. Hier waren 2025 mehr als 84% audiodeskribiert.
Aktionsplan Barrierefreiheit

ORF

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Der Aktionsplan steht auch in Einfacher Sprache zur Verfügung.

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