
ORF/Klaus Titzer
Gerald Heidegger (ORF-Ressortleiter Zeitgeschichte/Zeitgeschehen), Schauspieler Christian Strasser und Lukas Hanus, Caroline Haidacher (ORF-Sendungsverantwortliche), Lukas Sturm (Showrunner und Regisseur, neulandfilm)
Auf eine Melange mit dem „Wunderteam“: Pressegespräch zum ORF-Multiplattform-Storyprojekt für Instagram, ORF ON und ORF 1
Eine Trainerlegende trifft auf einen Zauber-Fußballer. Hugo Meisl und Matthias Sindelar hatten heute, Donnerstag, 28. Mai 2026, im RadioCafe im ORF RadioKulturhaus bei einer Melange sehr viel zu besprechen: Was ist die richtige Aufstellung für den Fußball der Zeit, warum braucht man im Sturm mehr Spieler als in der Abwehr? Und warum wissen beide auch mehr über den Geist der Zeit als viele andere Expertinnen und Experten? Mit „Das Wunderteam“ realisiert der ORF im Vorfeld der Fußball-WM ein einzigartiges ORF-Multiplattform-Storyprojekt für Instagram, ORF ON und ORF 1, das einen völlig neuen Blick auf die legendäre Mannschaft und ihre Zeit eröffnet.
Christian Strasser als Hugo Meisl und Lukas Hanus als Matthias Sindelar sind seit 31. März Teil eines großen Casts, der die Geschichte des legendären österreichischen Fußball-Wunderteams wieder auferstehen lässt. Und der in die Verwerfungen der Geschichte der 1930er Jahre zurückführt. Am Ende des Projekts steht am Mittwoch, dem 3. Juni, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON die „True Stories“-Dokumentation „Das Wunderteam“. Im RadioCafe stellte „der General“ Meisl aber nicht nur den „Papierenen“ Sindelar zur Rede, ob er endlich das Spielsystem verstanden hat.
Im Rahmen des Pressegesprächs gaben auch Gerald Heidegger, Ressortleiter Zeitgeschichte/Zeitgeschehen für die Hauptabteilung ORF Wissen, ORF-Sendungsverantwortliche Caroline Haidacher sowie Lukas Sturm und Paul Poet von der neulandfilm Einblicke in das ungewöhnliche Doku-Projekt, das von einer Digital-Plattform zu einem linearen Sendeformat und darüber hinausführt. Die Geschichte der Gesellschaft lässt sich über den Fußball für eine jüngere Generation mit anderen Mediengewohnheiten deutlich direkter erzählen, so eine der Erkenntnisse des Projekts.
Gerald Heidegger, Ressortleiter Zeitgeschichte/Zeitgeschehen für die Hauptabteilung ORF Wissen:
„Der besondere Reiz des Wunderteamprojekts liegt in der Verschmelzung der Zeitebenen. Matthias Sindelar spricht den Dialekt seiner Tage und hat die Ansprache an eine junge Generation von heute. Und weil sein Schmäh hängen bleibt, bleibt auch der Kontext hängen, und das ist die Geschichte der Zeit, für die der Fußball ein großes Fenster zur Welt war.“
Caroline Haidacher, Sendungsverantwortliche:
„Ein Vlogger aus den 1930er Jahren wird zur Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit: so erzählen wir österreichische Geschichte neu und plattformgerecht für Instagram, ORF ON und ORF 1. Das ORF-Multiplattform-Storyprojekt ‚Das Wunderteam‘ ist ein Cross-Generationen-Event, der Geschichte lebendig macht und gleichzeitig neue Publikumsschichten erschließt.“
Lukas Sturm, Showrunner und Regisseur, neulandfilm:
„‚Das Wunderteam‘ ist ein innovatives Projekt, das zeigt, wie im Fernsehen unter Einbindung aller Plattformen Qualitätsinhalte aufbereitet und erzählt werden, und so auch ein Publikum erreicht, das nicht mehr lineares Fernsehen schaut.“
„Das Wunderteam“: Instagram-Kanal @das.wunderteam, Vertical-Insta-Serie und ORF-1-„True Stories“
Auf dem Instagram-Kanal @das.wunderteam wird die Geschichte des Wunderteams so erzählt, als hätten die Spieler bereits damals Smartphones und Social Media genutzt. Tägliche Instagram-Stories und Vlog-Pieces von Starspieler Matthias Sindelar nehmen das Publikum mit auf eine emotionale Reise, an deren Höhepunkt der Gewinn des Europapokals – der Vorläufer der heutigen Europameisterschaft – steht. Mit aufwendig produzierten Spielszenen, eingebettet in modernes Storytelling und ergänzt durch eindrucksvolles Archivmaterial aus den 1930er Jahren, räumt dieses Projekt mit Mythen auf und bietet eine völlig neue Perspektive auf die Vergangenheit. Diese wird greifbar und lebendig – als wäre man selbst Teil dieser einzigartigen Epoche.
@das.wunderteam startete mit dem Freundschaftsspiel Österreich – Südkorea am Dienstag, dem 31. März 2026, und läuft bis Mittwoch, den 17. Juni, dem Tag von Österreichs erstem WM-Spiel gegen Jordanien. Bisher wurden die Inhalte des Kanals insgesamt 4,3 Millionen Mal aufgerufen. Der Content wurde rund 37.000 Mal geteilt, kommentiert, gespeichert oder geliked. Am stärksten hat der Kanal bisher bei der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen (22 Prozent) sowie der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen (25 Prozent) performed. Die historisch fiktionale 24-teilige Vertical-Insta-Serie vermittelt über einen Zeitraum von drei Monaten plattformgerecht Fakten, Hintergrundwissen und historische Zusammenhänge. Die Vlog-Pieces von Matthias Sindelar sind auch auf ORF ON als Serie abrufbar.

ORF/Rizar.Photo/Gabriel Alarcon
Trainer Hugo Meisl (Christian Strasser) hält eine Ansprache in der Umkleidekabine.
Ergänzend dazu erzählt das ORF-1-Format „True Stories“ am Mittwoch, dem 3. Juni, um 20.15 Uhr über Aufstieg und Glanzzeit des „Wunderteams“ im klassischen Doku-Format (auch auf ORF ON). Lukas Sturm zeichnet als Produzent verantwortlich; Regie führte er gemeinsam mit Paul Poet, der auch das Drehbuch für die fiktionale Vertical-Serie auf Instagram geschrieben hat. Produziert wurde die ORF-Auftragsproduktion von neulandfilm.
„True Stories: Das Wunderteam“ (Mittwoch, 3. Juni, 20.15 Uhr, ORF 1, ORF ON)
Österreich, 1931: Arbeitslosigkeit, Armut und politische Spannungen bestimmen den Alltag der Menschen. In dieser krisengebeutelten Zeit gelingt der österreichischen Nationalmannschaft das schier Unglaubliche: Österreich gewinnt den Europapokal – den Vorläufer der heutigen Europameisterschaft. Das „Wunderteam“ stürzt die österreichische Bevölkerung in einen Freudentaumel und erfüllt die tiefe Sehnsucht nach einem kollektiven Erfolgserlebnis, das Identität stiftet und den Nationalstolz stärkt. Die gefeierte National-Elf setzt sich aus jungen Männern aller sozialen Schichten zusammen – darunter der aus einer mährischen Arbeiterfamilie stammende Matthias Sindelar. Er wird mit seinem Kurzpass-Spielstil, auch „Scheiberln“ genannt, Fußballgeschichte schreiben. Wie er stammen viele Kicker aus den Arbeiterbezirken Wiens und haben das Fußballspielen auf der „Gstettn“ gelernt. Nicht weniger legendär: Trainer Hugo Meisl, der in einer Zeit, in der Antisemitismus längst salonfähig ist, sein Team mit strenger Hand führt.
Nach einem Zwist wird Starspieler Matthias Sindelar (verkörpert von Lukas Hanus) von Trainer Hugo Meisl (Christian Strasser) wieder in die Nationalmannschaft einberufen. Nach einer mythenumwobenen Pressekonferenz startet die Siegesserie mit dem 5:0 gegen Schottland. Nach dem 6:0 gegen Deutschland in Berlin feiert die deutsche Presse die österreichische Nationalmannschaft als „Wunderteam“. Zu diesem zählen neben Sindelar u. a. Fritz Gschweidl (Valentin Hagg), Karl Sesta (Nikola Naydenov) und der erfolgreiche Torjäger Anton Schall (Nestroy-Preisträger Nils Arztmann). Dieser verliebt sich in die fußballbegeisterte Fabriksarbeiterin Elisabeth Fuchs (Maya Unger), die sich zunächst aber zu Matthias Sindelar hingezogen fühlt. Gebrochene Herzen sind vorprogrammiert, halten den kometenhaften Aufstieg der Mannschaft aber nicht auf – der von Sportreporterin Millie von Ostenhoff-Peng (Sarah Zaharanski) dokumentiert und in die Welt getragen wird.