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Reina Yoshioka steht im Freien vor einem modernen Gebäude und hält eine gelbe Gummihenne vor der Tasche ihres schwarzen Blazers.

ORF/Ö1/Kazuki Ikegami

Reina Yoshioka

Ö1 Talentebörse-Kompositionspreis 2026 geht an Reina Yoshioka von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

10.000-Euro-Nachwuchsförderung mit Unterstützung der Oesterreichischen Nationalbank zum elften Mal vergeben
Gewinnerin des Ö1 Talentebörse-Kompositionspreises 2026 ist Reina Yoshioka von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw). Die Nachwuchsförderung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Oesterreichischen Nationalbank unterstützt. Zusätzlich wird Yoshioka mit der Komposition eines kammermusikalischen Werks beauftragt, das im Sommer 2027 uraufgeführt wird. Zudem erhält sie ein Abonnement für das Publishing-Tool scodo des Musikverlages Universal Edition für zwei Jahre kostenlos und wird damit in das Verlagsportfolio aufgenommen.
Der in dieser Form einzigartige Ö1-Preis wurde heuer zum elften Mal ausgeschrieben und wendet sich an Kompositionsstudierende der fünf österreichischen Musikuniversitäten. Die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK), die Anton Bruckner Privatuniversität, die Universität Mozarteum Salzburg und die Kunstuniversität Graz (KUG) haben je zwei Studierende nominiert. Gewinnerin ist die 1998 in Japan geborene Reina Yoshioka. Sie ist Violinistin und Komponistin und war bereits 2025 Finalistin des Ö1 Talentebörse-Kompositionspreises. Derzeit studiert sie Instrumentalkomposition bei Oscar Bianchi an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw). Ihre Werke wurden unter anderem im Musikverein Wien sowie beim „Echoes of Tradition Recital“ in Malaysia aufgeführt. Seit Juli 2025 ist Yoshioka Akademistin des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien.
In der Begründung der Fachjury, die am 28. Mai 2026 tagte, heißt es: „Reina Yoshioka kreiert in ihrer Musik einen virtuosen Dialog zwischen Hoch- und Populärkultur. Dabei verknüpft sie unterschiedliche zeitliche und kulturelle Aspekte und verwandelt sie zu geheimnisvollen Fantasiewelten. In ihren Kompositionen zeigt sich ein komplexes klangliches Vorstellungsvermögen.“ Gleichzeitig erkannte die Jury in ihrem kompositorischen Handwerk ein starkes künstlerisches Fundament: „Instrumentale Meisterschaft verzerrt bei Yoshioka die künstlerische Idee nicht, sondern vergoldet ihre sehr persönliche Musiksprache.“ Die Jury hob weiters die hohe Qualität der nominierten Komponistinnen und Komponisten hervor. Die Breite der unterschiedlichen stilistischen Ansätze zeigt sich auch im Werk der Siegerin und der zwei Komponistinnen, die die Jury lobend erwähnte: „Tina Geroldinger (Universität Mozarteum Salzburg) erforscht unerschrocken und fantasiereich intermediale Aspekte des Komponierens. Neben Klang bindet sie auch visuelle Elemente in der Notation sowie in den Aufführungskonzepten ein. In der Musik von Mahak Sadeghzadehpishjari (Kunstuniversität Graz) spiegelt sich eine vielfältige künstlerische Persönlichkeit; ihr Werk ist geprägt von starker schöpferischer Energie, die es ihr ermöglicht, dramaturgische Spannung auch über größere Strecken hinweg zu halten.“
Der Ö1-Preis stellt einen Kompositionsauftrag für ein kammermusikalisches Werk in der Länge von 10 bis max. 20 Minuten dar, das auch elektronische Musik einschließen und bis zu fünf Instrumente umfassen kann. Die Uraufführung des neuen Werks wird 2027 im Rahmen des „Ö1 Musiksalons“ stattfinden. Als Besonderheit muss die Komposition eines der Streichinstrumente aus den Gruppen Violine, Bratsche oder Cello beinhalten, denn die OeNB stellt aus ihrer europaweit einzigartigen Sammlung kostbarer alter Instrumente eines davon für die Uraufführung zur Verfügung.
Reina Yoshioka wird im „Zeit-Ton Magazin“ am Sonntag, den 31. Mai ab 19.05 Uhr in Ö1 vorgestellt. Porträts aller Finalistinnen und Finalisten wurden und werden im Mai ebenfalls im Ö1-„Zeit-Ton Magazin“ gesendet.

Alle Porträts sind online nachzuhören unter: