Live-zeitversetzt von den Salzburger Festspielen: „Die Zauberflöte“- Neuinszenierung am 4. August
Wolfgang Amadeus Mozarts Klassiker „Die Zauberflöte“ zählt zu den am meisten gehörten wie aufgeführten Werken der Operngeschichte. Bereits 39-mal stand es auf dem Spielplan der Salzburger Festspiele – zuletzt 2012 unter Nikolaus Harnoncourt. Diesen Sommer kehrte die Oper nun wieder zurück ins Große Festspielhaus – mit den Wiener Philharmonikern unter der musikalischen Leitung von Constantinos Carydis und der Regie der jungen Amerikanerin Lydia Steier, die damit ihr Salzburg-Debüt gibt. Die 40. „Zauberflöten“-Inszenierung in Salzburg eröffnete vergangenen Freitag das weltberühmte Festival.
Das ORF-Fernsehen überträgt die Produktion live-zeitversetzt am Samstag, dem 4. August 2018, um 20.15 Uhr in ORF 2. Klaus Maria Brandauer als Erzähler und Matthias Goerne als Sarastro stehen an der Spitze eines jungen Sängerensembles, zu dem u. a. Mauro Peter (Tamino), Albina Shagimuratova (Königin der Nacht), Christiane Karg (Pamina), Adam Plachetka (Papageno), Maria Nazarova (Papagena), Michael Porter (Monostatos) und „Drei Knaben“ von den Wiener Sängerknaben zählen.
Für die ORF-Übertragung übernimmt Michael Beyer die Bildregie, Barbara Rett moderiert. Das Rahmenprogramm bietet neben Live-Interviews auch einen Pausenbeitrag von Katharina Huemer.
Regisseurin Steier: „Kindliche und philosophische Seite zur Geltung bringen“
Bei der Premiere in Salzburg wurde Lydia Steiers Neuinszenierung gemischt aufgenommen. Schon im Vorfeld war sich die junge Regisseurin, die kürzlich erst ihren 40. Geburtstag, gefeiert hat, des Risikos bewusst: „Es ist einfach schwierig, mit dieser Oper jeden glücklich zu machen. Entweder ist die Inszenierung zu leichtfertig, zu ernst, zu erwachsen oder zu kindlich. ‚Die Zauberflöte‘ ist eine Oper, die einfach jeder kennt und wahrscheinlich schon oft gesehen hat.“ Die Intention bei ihrer Interpretation sei gewesen: „Dass die beiden Seiten dieses Stücks zu erkennen sind: die entzückende, leichte und kindliche, aber natürlich auch die tiefgründige. Mir geht es darum, zu zeigen, dass man auch eine ‚Zauberflöte‘ machen kann, bei der sowohl das Kindliche und Märchenhafte als auch das Philosophische in einer erzählerischen Art und Weise zur Geltung kommen und dass man gleichzeitig gut unterhalten ist“, so Steier.
Herausforderung für das Fernsehregieteam
Zur ORF-TV-Übertragung, für die Bildregisseur Michael Beyer zehn Kameras einsetzt, sagt die aus Connecticut stammende und in Berlin lebende Künstlerin: „Ich glaube, das wird eine interessante Herausforderung für das Fernsehregieteam, weil die Inszenierung so konzipiert ist, dass es viele Bewegungen auf der Bühne gibt, dass zum Beispiel Sachen wegschweben, während an einem ganz anderen Ort etwas Neues hereinkommt. Diese großen Bewegungen und auch die Riesenbühne – allein das Portal ist 24 Meter groß – sind für die Zuschauer im Saal ein Spaß, und ich hoffe sehr, dass all das auch im Fernsehen wirksam rüberkommt. Wir werden auf jeden Fall sehr eng zusammenarbeiten und darüber sprechen, welche Bilder gezeigt werden sollen“, sagt Steier. Die TV-Übertragung ist für ORF-Regisseur Beyer eine sehr spannende Aufgabe: „Diese ,Zauberflöten‘-Produktion ist sehr herausfordernd, weil sie extrem viel anbietet. Es gibt sehr viele Ideen, also Regieideen und Figurenideen, und es gibt so eine Art Multiplot – es werden zwei Geschichten gleichzeitig erzählt“, so Beyer. „Und es hat fast Showelemente durch unglaublich viele Raumerfindungen. Daher ist die erzählerische Komplexität der Produktion sehr hoch – ebenso wie die visuelle. Aus dieser Fülle zu schöpfen – verbunden mit der Frage: was zeige ich denn nun von den vielen Möglichkeiten – das wird die Herausforderung sein.“
ORF-Regisseur Beyer: „Da schauen wir noch, was sich verändern lässt“
Für den ORF hat der Deutsche diese Art von Herausforderung schon mehrfach erfolgreich angenommen, aus Salzburg verantwortete er im Vorjahr die Übertragung der „Aida“ sowie 2015 den „Fidelio“. „Ich kann den Zuschauern im Fernsehen die Möglichkeit geben, mehr zu sehen, als die Zuschauer im Theater sehen, weil die bei dieser Fülle gar nicht wissen, wo gerade die Akzente passieren. Ich kann das so aufbereiten und so timen, dass man vielleicht im Fernsehen sogar deutlich mehr mitkriegt als auf der Bühne beim ersten Mal Schauen“, sagt Beyer.
Wo liegt für ihn die technische Herausforderung? „In jenen Szenen, wo es gleichzeitig leicht dunkel und sehr hell ist, auch durch weiße Kostüme. Der hohe Dynamikumfang ist für die HD-Kameras eher ein Problem. Da schauen wir noch, was sich für das Fernsehen verändern lässt.“