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Dr. Hugo Portisch

Journalist, Polit- und Geschichtsexperte: Mit seinen Analysen und Erklärungen von Zusammenhängen gelang es Hugo Portisch Zeitgeschichte für jedermann verständlich zu machen. Für den ORF gestaltete er Dokumentationen über die Geschichte der Ersten und Zweiten Republik wie „Österreich I“ und Österreich II„ oder “Die Zweite Republik - Eine unglaubliche Geschichte".
Hugo Portisch

ORF/Thomas Ramstorfer

Hugo Portisch

Hugo Portisch beginnt seine journalistische Laufbahn 1948 bei der „Wiener Tageszeitung“. 1953/54 macht er einen Ausflug in die Diplomatie, zum Österreichischen Informationsdienst in New York. Im Jahr 1955 kehrt er nach Österreich zurück, wird zunächst stellvertretender Chefredakteur und dann Chefredakteur des „Kurier“, der damals größten Tageszeitung Österreichs. Nach zehnjähriger Chefredaktion wechselt Portisch 1968 zum ORF und wird dessen Chefkommentator.
Von 1961 bis 1968 ist Portisch auch weltpolitischer Kommentator im Bayerischen Fernsehen. In dieser Zeit und danach verfasst er eine Reihe von Büchern, darunter die populäre „So sah ich ...“-Serie. „So sah ich China“ und „So sah ich Sibirien“ werden in Deutschland, den USA, Großbritannien, Spanien, Indien und Japan zu Weltbestsellern. In „Friede durch Angst“ schildert Portisch die Atomarsenale der Supermächte, in „Die deutsche Konfrontation“ die Spaltung Deutschlands und die Aussichten der möglichen Wiedervereinigung, in „Kap der letzten Hoffnung“ setzt sich Portisch mit dem Apartheid-Regime in Südafrika und der Zukunft des gesamten südlichen Afrikas auseinander. In dieser Zeit ist er auch Mitbegründer der School of Journalism an der Universität Nairobi, wo er auch immer wieder unterrichtet.
Seine Bücher setzt Portisch gemeinsam mit Sepp Riff auch für das Fernsehen um. „Friede durch Angst“ ist die erste Fernsehdarstellung der Atomarsenale der Supermächte, die Probleme im Süden Afrikas schildert Portisch für das Fernsehen in den Dokumentationen „Südafrika“, „Simbabwe“, „Namibia“, den USA wendet er sich mit einer TV-Bestandsaufnahme unter dem Titel „USA - Weltmacht auf dem Prüfstand“ sowie der Dokumentation „Nixons Kampf ums Weiße Haus“ zu.
Und in drei TV-Dokumentationen schildert Portisch das Erwachen Chinas nach der Kulturrevolution: „China: Aus dem Albtraum erwacht“, „China auf dem Weg zur dritten Revolution“, „Von Österreichern und Chinesen“.
Es folgen die beiden großen historischen TV-Serien „Österreich I“ und „Österreich II“ von Hugo Portisch und Sepp Riff, die der Aufarbeitung der jungen und jüngsten Geschichte Österreichs gelten, insgesamt 43 Folgen, die in vier Büchern gleichnamiger Titel ihren Niederschlag finden.
Gemeinsam mit Henry Kissinger, dem früheren Außenminister der USA, erstellt Portisch die internationale Dokumentation „Der Zweite Weltkrieg - Ursachen und Hintergründe“. In vielen Sprachen synchronisiert, wurde sie in insgesamt 32 Ländern ausgestrahlt. Im Jahre 1990 betraut der ORF Portisch mit der Aufgabe, in einer weiteren historischen Dokumentation in Anbetracht des Zusammenbruchs der kommunistischen Regime in Europa die Geschichte des Sowjetkommunismus zu rekonstruieren. Die vierteilige Fernsehserie wurde unter dem Titel „Hört die Signale“ in Österreich, Deutschland, der Tschechoslowakei, Polen, Griechenland und Italien ausgestrahlt. Nach den letzten sieben Folgen von „Österreich II“ legt Hugo Portisch seinen von der SATEL-Film produzierten Filmbericht über Madagaskar vor.
Der im ORF so erfolgreiche Zweiteiler mit dem Titel „Im Banne Madagaskars“ wurde auch vom ZDF und von Canal Plus in Frankreich erworben. Danach beauftragt Generalintendant Gerhard Zeiler Hugo Portisch in Fortsetzung dessen „So sah ich ...“-Tradition, den Zustand und die mögliche künftige Bedeutung der machtpolitischen und wirtschaftlichen Zentren der Welt in Fernsehdokumentationen für den ORF darzustellen. Den Anfang macht 1996 die Trilogie über China, die sich einmal mehr als großer Publikumserfolg erwies. 1997 widmete sich Portisch mit Brasilien einem weiteren Land mit großer Zukunft.
Im „Gedankenjahr 2005“ lieferte er mit der vierteiligen Reihe „Die Zweite Republik - Eine unglaubliche Geschichte“ einen großen Reichweitenerfolg, ein spätes Meisterstück öffentlich-rechtlicher TV-Kultur.
Hugo Portisch hätte 1991 Nachfolger Kurt Waldheims als Bundespräsident werden können, auch Ministerposten wurden ihm angeboten, er lehnte sie ebenso dankend ab wie höchste Führungsfunktionen in Zeitungen und ORF.
„Lieber ohne jeden Job frei sein, als mit dem höchsten Staatsamt oder anderen Funktionen gebunden.“
Gedankenfreiheit als Lebensmotto, geistige Unabhängigkeit als zentrales Element beruflicher Lebensqualität, die von politischen Sachzwängen oder Rücksichtnahmen nicht befördert, sondern lediglich eingeschränkt werden könnte.
Im Oktober 2015 erschien Hugo Portischs Biografie unter dem Titel "Aufregend war es immer" (Ecowin), in der er seine persönliche Lebensgeschichte mit der Geschichte einer Republik verwebt, die er nicht nur hautnah erlebt, sondern vor allem auch nachhaltig geprägt hat und weiterhin prägt. Im Februar 2017 erschien Portischs neues Buch „Leben mit Trump - ein Weckruf“ im EcoWin-Verlag.

Preise und Auszeichnungen

Für seine journalistischen Leistungen erhielt Portisch als einer von wenigen Journalisten zweimal die Goldene Kamera, zweimal den Fernsehpreis der Österreichischen Volksbildung, dreimal den Fernsehpreis Romy, den Axel-Corti-Volksbildungspreis, den Toleranzpreis des österreichischen Buchhandels, den Österreichischen Staatspreis, den Dr.-Karl-Renner-Preis für Publizistik, den Theodor-Innitzer-Preis für den wissenschaftlichen Film und den Dr.-Karl-Renner-Preis der Stadt Wien in Anerkennung seines Beitrags zur politischen Bildung und kritisch und mediendidaktisch aufbereiteten Zeitgeschichte. 2011 wurde er zudem mit dem Concordia-Publizistikpreis für sein Lebenswerk geehrt. 2018 wurde Hugo Portisch Ehrenbürger der Stadt Wien.

Hugo Portisch - der Schwammerlexperte

Das Faible von Hugo Portisch für Schwammerln ist mittlerweile fast ebenso bekannt wie sein Status als Experte österreichischer Zeitgeschichte. Gemeinsam mit Ehefrau Traudi Portisch hat er das Buch „Pilze suchen - ein Vergnügen“ im Orac Verlag herausgebracht. Zuletzt hat er Kurt Mündls „Universum“-Film „Das geheimnisvolle Leben der Pilze“ im ORF präsentiert.
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